Für ein Theater nach menschlichem Maß
Die Entwicklung von Schauspielerpersönlichkeiten auf der Basis eines fundierten handwerklichen Könnens und einer soliden künstlerischen Allgemeinbildung ist Ziel der Ausbildung an der AdDK. Diese beinhaltet in erster Linie die undogmatische Handhabung der methodischen Erkenntnisse Stanislawskis und Brechts und anderer realistischer Theater- und Filmschaffender.
Das heißt:
Die Forderung und Förderung des denkenden und handelnden Menschen, der in der Lage ist, die Gesamtheit seines psychophysischen Materials bewusst und gezielt spielend in Kunstprozesse einzubringen, welche Realität beschreiben, sich mit ihr auseinandersetzen und Modelle anderen Zusammenlebens als des vermeintlich gültigen entwerfen oder die Sehnsucht danach zu wecken suchen.
Die Provozierung der Lust, sich auf hohem artifiziellen Niveau an der Welt zu reiben, sie auf die Probe und in Frage zu stellen, verknüpft mit der unbedingten Bereitschaft, sich für den permanenten Diskurs mit dem Publikum offen zu halten und dieses somit als Produktionsfaktor zu begreifen. Die Unterhaltung seines Publikums soll als eine der vornehmsten Aufgaben des Theaters begriffen werden.
Die Vermittlung eines Ensemblegedankens, der davon ausgeht, dass Ensemble und souveräner Einzelner sich gegenseitig bedingen.
Das „bewusst machen“ der ethischen Grundlagen des Berufs als Bestandteil einer umfassenden humanistischen Orientierung.